Borrar
Europa Press
Staatsbesuch

Steinmeier gedenkt den Opfern des deutschen Massenmords in Guernica

Hitlers Legion Condor machte die baskische Stadt 1937 dem Erdboden gleich

Manuel Meyer

Guernica

Freitag, 28. November 2025

Am Freitag ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Rahmen seines dreitägigen Staatsbesuchs in Spanien im Baskenland eingetroffen. Der Besuch der dortigen Kleinstadt Guernica (auf baskisch Guernica) zusammen mit dem spanischen König Felipe VI. lag ihm „ganz besonders am Herzen«. Denn hier „haben Deutsche schwere Schuld aus sich geladen«.

Es war am Nachmittag des 26. April 1937, als Hitlers Kampfflieger der Legion Condor zur Unterstützung der aufständischen Truppen des Putsch-Generals und späteren Diktators Francisco Franco im Spanischen Bürgerkrieg die Kleinstadt dem Erdboden gleich machten. Hunderte Menschen wurden getötet. „Wehrlose Kinder, Frauen, Männer verloren auf grausame, auf qualvolle Weise ihr Leben. Das Grauen, der Schmerz, die Trauer, sie leben bis heute in vielen baskischen Familien fort«, sagte Steinermeier bereits zuvor in Madrid bei einem Gala-Essen im spanischen Königspalast.

So besuchten Steinmeier und König Felipe als erstes auch zusammen mit Überlebenden des damaligen Massakers und Angehörigen von Opfern der Bombardierung den örtlichen Friedhof, auf dem Steinmeier einen Kranz für die Opfer niederlegte. „Wir wollen und werden nicht das Leid vergessen, das hier angerichtet wurde und ich verneige mich vor den Opfern. Unser Mitgefühl gilt den Überlebenden, ihren Familien und allen, bei denen die Wunden jener Zeit noch offen und nicht verheilt sind«, so Steinmeier.

Danach besuchten sie das Friedenmuseum von Gernika, ein Dokumentationszentrum der damaligen Luftangriffe. Für das Baskenland und Guernica war Steinmeiers Besuch eine bedeutende Geste, denn es ist das erste Mal, dass ein deutsches Staatsoberhaupt vor Ort um Verzeihung bittet und den Opern der deutschen Luftwaffe gedenkt.

Es war damals am 26. April 1937 ein ganz gewöhnlicher Markttag, die Front lag weit entfernt, als die Legion Condor in mehreren Wellen Spreng-, Splitter- und Brandbomben auf die Bevölkerung abwarfen. Tieffliegende Jäger attackierten gleichzeitig Menschen, die panisch versuchten, aus der Stadt zu fliehen.

Erstmals gezielt Zivilisten bombardiert

Guernica war militärisch kein strategischer Ort. Die Stadt galt aber als Herzstück der baskischen Identität und Ort historischer Freiheitsrechte. Genau diese Symbolik machte sie zu einem Ziel. Der Angriff war der Beginn einer neuen Kriegsform, die Zivilisten erstmals als militärisches Ziel im Fokus hatte. Die Weltöffentlichkeit war schockiert.

Pablo Picasso hat die Gräueltaten in seinem monumentalen Anti-Kriegsgemälde „Guernica« festgehalten. Steinmeier besuchte in Madrid das Reina-Sofía Museum, um es zu sehen. Picasso war überzeugt davon, meinte Steinmeier, dass ein Künstler angesichts eines Konflikts, in dem die höchsten Werte der Humanität und Zivilisation auf dem Spiel stehen, nicht gleichgültig bleiben darf. „Seine Mahnung hat nichts an Eindringlichkeit verloren«.

Gerade jetzt in Zeiten, in denen „unsere liberalen Demokratien von innen und von außen angefochten, in vielen Demokratien, auch in meinem Land, erstarken extremistische Kräfte, die die Demokratie und ihre Institutionen verachten, verhöhnen, schwächen wollen«, sagte Steinmeier bereits in Madrid.

Europa stehe an der „Schwelle einer neuen Epoche«. „Es sind tiefgreifende Veränderungen, die Europa vor eine Bewährungsprobe stellen«, erklärte er auch mit Blick auf den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine. „Er bedroht unsere Freiheit in Europa. Und zeitgleich erleben wir im Westen, dass jene Verbündeten, die die Nachkriegsordnung so entscheidend mitgeprägt haben – die USA – ihre Prioritäten anders justieren«.

Umso wichtiger sei es, „dass wir Europäer jetzt zusammenstehen, dass wir uns auf das besinnen, was uns verbindet, was uns geleitet hat in den vergangenen Jahrzehnten: die Solidarität unter den europäischen Staaten, unsere Werte, unser Kampf für Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und Freiheit. All das müssen wir schützen und verteidigen! Und zugleich müssen wir erkennen, was sich verändert. Manchem in den jungen, im Frieden aufgewachsenen Generationen leuchtet der Sinn Europas nicht immer gleich ein. Und neue Nationalismen erscheinen so manchem inzwischen faszinierender als das erfolgreiche Friedensprojekt«.

In diesem Zusammenhang stellte Steinmeier klar: Guernica ist eine Mahnung, für Frieden, Freiheit und die Wahrung der Menschenrechte einzutreten. Mir ist es sehr wichtig, dass wir, und diesen Satz richte ich bewusst an meine Landsleute in Deutschland, dass wir nicht vergessen, was damals geschehen ist. Dieses Verbrechen haben Deutsche begangen«.

Esta funcionalidad es exclusiva para registrados.

Reporta un error en esta noticia

* Campos obligatorios

surdeutsch Steinmeier gedenkt den Opfern des deutschen Massenmords in Guernica

Steinmeier gedenkt den Opfern des deutschen Massenmords in Guernica