In der Provinz Málaga regnen zu Wochenbeginn über 130 Liter pro Quadratmeter vom Himmel
Überschwemmungen auf Straßen von Estepona und Marbella, in den Stauseen und auf dem Land ist bislang aber nur wenig Wasser gelandet
IGNACIO LILLO
MÁLAGA.
Dienstag, 22. Oktober 2024
Die Ausläufer des Wirbelsturms Leslie haben sich zu Wochenbeginn in der Provinz Málaga mit Niederschlägen und Sturm bemerkbar gemacht und in nur wenigen Stunden über 100 Liter Regen pro Quadratmeter beschert. In Ortschaften wie Estepona und Marbella prasselte es derart vom Himmel, dass auch überschwemmte Straßenzüge zum Panorama gehörten. Zuvor hatte der Wetterdienst Aemet die Warnstufe auf orange erhöht, was Niederschläge von bis zu 50 Litern pro Quadratmeter und Stunde befürchten ließ.
So schlimm kam es dann doch nicht. Im Naturschutzgebiet Los Reales de Sierra Bermeja im Norden von Estepona wurden in der Nacht vom vergangenen Montag auf Dienstag zwischen 22 und 23 Uhr 29,5 Liter gemessen, in der Stunde zuvor 19,7 Liter. In nur zwölf Stunden kamen 72 Liter pro Quadratmeter vom Himmel, insgesamt in nur 24 Stunden über 100 Liter.
Die Autobahn A-7 verwandelte sich am vergangenen Montag auf Höhe von Cancelada (Estepona) in ein kleines Wasserbecken. Dort war in nur 40 Minuten ein Platzregen heruntergekommen, dessen 27 Liter pro Quadratmeter in den frühen Morgenstunden kurz vor 8 Uhr für punktuelle Verkehrsprobleme sorgten. Dabei waren die Regenwolken nicht nur prall mit Wasser gefüllt, sondern hatten auch Wüstenstaub im Gepäck, was die Fahrbahnbeschaffenheit noch einmal verschlechterte. Augenzeugen berichteten später, die Räder einiger Fahrzeuge hätten komplett unter Wasser gestanden. Tatsächlich musste ein Fahrstreifen der A-7 aufgrund der Wassermassen für ein paar Stunden gesperrt werden.
Im Inland kamen in Los Prados, Ronda, in einem Supermarkt die Feudel zum Einsatz, nachdem ein Prasselregen dort den Eingang geflutet hatte.
Starkregen wurde auch aus der Nachbarprovinz Cádiz gemeldet, wo vor allem Setenil de las Bodegas betroffen war.
Trotz der Regenmeldungen war mit Blick auf die knappen Wasserreserven die Ausbeute in den Stauseen am Dienstagmorgen ernüchternd. Am meisten konnte zu Wochenbeginn das Einzugsgebiet des Flusses Guadalmansa, eine der drei Überleitungen zum Stausee La Concepción, zulegen. Laut Daten des Wassernetzbetreibers Hidrosur wurden von Sonntag auf Montag immerhin 112 Liter pro Quadratmeter registriert. Doch obwohl es generös regnete, sind die Staubecken im westlichen Teil der Provinz auch weiterhin nur minimal gefüllt und können gerade einmal den Momentverbrauch abdecken. La Concepción hatte nach den ersten Niederschlägen noch nicht einmal das Niveau der Vorwoche erreicht. In den Täler Guadalhorce und Guadalteba waren die Ergebnisse noch bescheidener, denn dort fielen lediglich zwischen 20 und 25 Liter pro Quadratmeter. In La Viñuela im Osten von Málaga wurden gar nur 14 Liter gemessen. Kurzum: Um den Stauseen, die die Provinzhauptstadt, Valle und die Axarquía versorgen, eine Verschnaufpause zu garantieren, muss es noch wesentlich mehr regnen.
In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch fiel in Teilen der Provinz erneut ergiebiger Regen. Allerdings nicht überall, sondern vor allem an der Westküste und nicht im Einzugsbereich der Stauseen. Fazit: Obwohl vor allem zwischen Marbella und Estepona große Wassermengen gemessen wurden, konnte sich der Pegel der Stauseen in diesen Tagen nicht erholen. Die einzige Ausnahme ist der Stausee von La Concepción bei Marbella, der die westliche Costa del Sol versorgt. Dieser Stausee wird aus vier Quellen gespeist: dem Hauptzufluss, dem Río Verde, und einer dreifachen Überleitung aus den Flüssen Guadalmina, Guadaiza und Guadalmansa.
Genau an letzterem hat die Wasserbehörde Hidrosur die höchsten Niederschlagsmengen in der Provinz gemessen: mehr als 130 Liter pro Quadratmeter in nur 48 Stunden. Der nahe gelegene Guadalmina hat mit 95 l/m2 ebenfalls eine sehr große Menge abbekommen. Dadurch hat der Stausee seinen Stand von der Vorwoche inzwischen bereits leicht überschritten, und zwar auf insgesamt 23,30 Millionen Kubikmeter (40,4 Prozent seiner Gesamtkapazität). Dieser Wert wird in den nächsten Stunden dank des Abflusses weiter rasch ansteigen.
Baldomero Bellido, Präsident des Landwirtschaftsverbands Asaja Málaga, glaubt, dass es für eine Bewertung noch zu früh ist. Allerdings meint er: «In Málaga sind Überschwemmungen nötig, um die Dürre zu lindern, und die sind nicht eingetreten. Hinzu kommt, dass die Niederschläge ungleichmäßig waren und in einigen Gebieten nur sehr wenig gefallen sind.»
Hoffnung besteht: Der Wetterdienst Aemet sagte intensive Niederschläge für die gesamte dritte Oktoberwoche voraus.