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Ute-Henriette Ohoven erzählt von ihrem Einatz für die Ärmsten der Armen. DIETMAR FÖRSTER
Im Porträt

Deutsche aus Marbella seit 40 Jahren im Kampf gegen die Armut auf der ganzen Welt

Dr. h.c. Ute-Henriette Ohoven ist seit 1992 Sonderbotschafterin der UNESCO und leistet mit der 'YOU Stiftung - Bildung für Kinder in Not' humanitäre Arbeit

DIETMAR FÖRSTER

MARBELLA.

Samstag, 30. August 2025

Marbella ist für Ute-Henriette Ohoven seit 45 Jahren mehr als ein Ort, an dem sie gerne den Sommer verbringt. Das schöne Haus im Schatten von La Concha, dem muschelförmigen Hausberg, dient der Familienzusammenkunft, «wo wir alle viel Zeit miteinander verbringen können». Ihr Sohn Michael lebt mit Frau und Kindern normalerweise in den USA und deshalb genießt die 79-Jährige die Nähe zu ihren Liebsten und die gemeinsamen Unternehmungen «in dieser wundervollen Stadt», in die sie einst ihr 2020 verstorbener Mann Mario Ohoven gelockt hatte, nachdem man zuvor immer Urlaub in Italien gemacht hatte.

Die Familie gab der UNESCO-Sonderbotschafterin nach dem Unfalltod ihres Gatten und den schweren Momenten damals die Kraft, nach einigen Monaten wieder für einige Stunden in das Büro ihrer im Jahr 2002 in Düsseldorf gegründeten 'YOU Stiftung - Bildung für Kinder in Not', die sich weltweit für Bildung für die Ärmsten der Armen einsetzt und Hilfe zur Selbsthilfe als allgegenwärtiges Ziel definiert, zu gehen. «Wenn sie so viel Elend gesehen haben, lässt sie das nicht los. So lange ich lebe, werde ich mich weiter engagieren und Gelder sammeln, damit Menschen ein besseres Leben bekommen», sagt die in Tübingen geborene und in der Kleinstadt Spaichingen aufgewachsene wohlbehütete Tochter eines Textilfabrikanten, die schon als Kind dazu erzogen wurde, sich für andere einzusetzen oder Vesperbrote für Mitschüler aus ärmeren Verhältnissen mitzubringen.

Eine problematische vierte Schwangerschaft mit ihrer jüngsten Tochter Chiara sorgte dafür, dass Ute-Henriette Ohoven das soziale Engagement zu ihrer Lebensaufgabe machte. Als am Ende dank der guten Betreung durch die Ärzte die Tochter gesund zur Welt gekommen war, kam Ohoven bei einem Essen mit dem Chef der Kinderkrebsklinik Düsseldorf, Professor Göbel, ins Gespräch, der 90.000 D-Mark für ein Gerät benötigte, um die kleinen Patienten besser behandeln zu können. Sie gab die Zusage, das Geld zu besorgen und organisierte die erste Benefiz-Gala für die Kinderkrebsklinik Düsseldorf, bei der 180.000 D-Mark zusammenkamen und zwei Geräte gekauft werden konnten. Vier Jahre organisierte sie die Veranstaltung und baute mit der damaligen Bundesgesundheitsministerin Rita Süssmuth das erste Knochenmarkspendenregister in Deutschland auf.

Ohovens Talent, Hilfe zu generieren und Spenden zu sammeln – bei der letzten Gala für die Kinderkrebsgala kamen rund 800.000 D-Mark zusammen – sprach sich bis zum UNESCO-Generaldirektor Federico Mayor herum, der sie nach Paris einlud. Gelder aus der Wirtschaft für Universitäten sollte Ohoven für die UNESCO holen, doch sie pochte auf einen Einsatz für die Ärmsten, Mütter und Kinder und schaffte es, dass eigens für sie das Programm 'Bildung für Kinder in Not geschaffen wurde', das heute durch ihre eigene Stiftung in enger Zusammenarbeit mit der UNESCO fortgeführt wird.

Was folgte war der Startschuss der Internationalen UNESCO-Charity Gala mit prominenten Gästen, die bis 2012 das wichtigste gesellschaftliche Ereignis in Deutschland war und weltweit Beachtung fand. Noch heute ist Ohoven stolz darauf, dass sie den Dalai Lama begrüßen durfte und nach dem kranheitsbedingten Ausfall von Königin Rania von Jordanien mit Hilfe ihres im Filmgeschäft verankerten Sohnes Helen Mirren als Ersatz-'Queen' prásentieren konnte. «Die Leute gingen damals gerne auf solche Veranstaltungen und ließen sich dies etwas kosten. Doch in den letzten Jahren wurde es zunehmend schwieriger Promis zu bekommen und Sponsoren zu finden», sagt die sympathische Charity-Lady.

Weil sie bei ihren Reisen bittere Armut erlebte und dabei auch Mutter Teresa treffen durfte, ist die Stiftungsarbeit für sie ein Muss. Im Senegal, ein Land das sie auch als Honorargeneralkonsulin vertritt, machte sie aus einem Slum ein Wohnviertel und freut sich jedes Mal, die glücklichen Gesichter zu sehen, wenn sie auf ihren Reisen durch Projektgebiete dort zu Besuch ist.

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