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Orientalische Hornissen greifen einen Bienenstock an. SUR

Nester der Orientalischen Hornisse nehmen in Málaga in nur einem Jahr sprungartig zu

Entfernte die Stadt 2023 noch 30 Nester dieser Hornissenart, sind es in diesem Jahr bereits fast 400 gewesen

IGNACIO LILLO

MÁLAGA.

Montag, 21. Oktober 2024

Wie schon zuvor der Tigermücke und anderen exotischen, invasiven Tierarten gefällt es offensichtlich auch der Orientalischen Hornisse in Málaga ausgezeichnet. Auch sie findet im Zuge des Klimawandels ideale Lebensbedingungen vor. Dennoch sind Experten überrascht, wie schnell sich das gefürchtete Insekt in Málaga ausbreitet. Ein klarer Indikator: Die Zahl der Warnhinweise auf Nester schießt ebenso in die Höhe wie die Einsätze zu deren Entfernung: War der Schädlingsbekämpfungsdienst der Stadt Málaga im vergangenen Jahr 28 Mal im Kampf gegen die Orientalische Hornisse im Einsatz, mussten in diesem Jahr bereits 383 Nester entfernt werden.

Öklogische Bedrohung

Raimundo Real, Professor für Zoologie an der Universität von Málaga (UMA), nennt zwei Faktoren, die für das vermehrte Auftreten ausschlaggebend seien: Zum einen seien die Bürger einfach sensibilisierter und besser über diese zuvor unbekannte Hornissenart informiert. «Die Leute greifen schneller zum Hörer und rufen die Behörden an, die wiederum besser ausgestattet sind, um darauf zu reagieren und einzugreifen», sagt Real. «Gleichzeitig ist es Fakt, dass diese Hornissenart sich sehr vermehrt hat und sich inzwischen in der gesamten Provinz ausbreitet, sogar im Genal-Tal und in der Serranía von Ronda.» Der Umweltdienst Seprona der Guardia Civil habe seine Maßnahmen bereits verstärkt. Über das momentane Verhalten der Hornissen erklärt der Zoologe, sie hätten höchstwahrscheinlich aufgrund der Dürreperiode später mit dem Nestbau begonnen. Die Königinnen, die größer als die anderen Hornissen seien, wären ab April und Mai gesichtet worden, während sie unter normalen Bedingungen bereits zum Winterende ausflögen.

Die Orientalische Hornisse baut ihrer Nester am Boden, unter Dachziegeln oder in Hohlräumen, was die Größe der Nester in jedem Fall konditioniert. Anders als die Asiatische Hornisse, die bislang noch nicht in Málaga gesichtet wurde: Diese baut ihre Nester an Baumzweigen, was, so der Experte, riesige Nester mit sich bringe. Bedenken müsse man jedoch auch, erläutert Real, dass invasive Arten bei der Kolonisierung eines neuen Habitats gelegentlich ihr Verhalten ändern, da sie sich an neue Bedingungen anpassen müssen.

Entdeckt man ein Nest Orientalischer Hornissen, rät der Experte dazu, sich nicht zu nähern und die Tiere nicht zu berühren, da sie aggressiv reagieren könnten. «Wird eine Hornisse angegriffen, eilen ihr die anderen zu Hilfe», warnt Leal. Lasse man die Tiere in Frieden, würden sie normalerweise nicht stechen. «Im Prinzip gehen sie ihrer Arbeit nach, sind auf der Suche nach Fleisch auf unserem Teller oder einem Butterbrot, um den Larven Nahrung zu bringen. Werden sie nicht fündig, ziehen sie normalerweise ab. Man muss das Auftreten ernst nehmen, aber ohne in Panik zu verfallen, denn die Hornisse sticht nur, wenn sie sich, das Nest oder eine Schwesterhornisse bedroht fühlt», fügt der Zoologe hinzu.

Das Problem sind also nicht mögliche Stiche, die zwar schmerzhafter als die einer normalen Wespe sind, aber ansonsten nicht gefährlich. Die eigentliche Bedrohung gibt es vielmehr für die Umwelt: Die Orientalische Hornisse jagt Honigbienen, um ihre Larven zu füttern. Mit anderen Worten: Sie haben es auf den eifrigsten Bestäuber abgesehen, den es in der Natur gibt. Hinzukommt, dass diese Hornissen kaum natürliche Fressfeinde haben.

Bürger, die ein Nest dieser Hornissenart entdecken, können sich in der Provinzhauptstadt an die Rufnummer 900 900 000 oder 010 wenden sowie eine Mail an vigilancia.sanitaria@malaga.eu richten. Der Schädlingsbekämpfungdienst der Stadt wird sich dann mit der Person in Verbindung setzen, um den Fundort zu besichtigen und, falls möglich, das Nest gleich beseitigen. Ist der Zugang problematisch, wird das Nest in einem zweiten Anlauf entfernt.

Maßnahmen

Auch die Feuerwehr ist bei schwierigen Einsätzen mit von der Partie, kann ebenfalls unter den Nummern 080 oder 112 von einem Nestfund in Kenntnis gesetzt werden. Allein im Juli und August musste der Real Cuerpo de Bomberos 155 Mal ausrücken, um Behausungen von Wespen, Bienen oder Orientalischen Hornissen zu begutachten und zu entfernen oder, im Fall von Bienenstöcken, sie umzuquartieren. In den meisten Fällen sind zwei Einsätze notwendig, der erste zur Einschätzung der Lage, der zweite zur Entfernung der Nester. Dies geschieht meist bei Dunkelheit, wenn die Tiere zu Hause sind.

Die Bekämpfung der neuen Hornissenart fällt in den Aufgabenbereich des Servicio de Vigilancia Sanitaria Ambiental, dem Dienst zur Überwachung der Umweltgesundheit, während bei der Ratten- oder Insektenbekämpfung auf Schädlingsbekämpfung spezialisierte Unternehmen zum Einsatz kommen. Es wird ein Insektizid eingesetzt, das nicht die Hornisse angreift, sondern das Nest. Bei Hinweisen auf die Orientalische Hornisse sei es besonders wichtig, den Fundort des Nestes so genau wie möglich zu beschreiben, heißt es von der Stadt. Mit Imkeranzügen ausgestattet, könnten die Techniker dann an ihre Arbeit gehen. Nachdem das Nest entfernt ist, wird der Fundort mit einem hochwirksamen Insektizid versiegelt

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