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Drachenfrucht im Blütenstand in einer Plantage in Málaga; Pitaya-Frucht (kl. F.). SUR

Anbau. Pitayas – die neue Hoffnung am Agrarhimmel

Landwirtschaft. Das auch als Drachenfrucht bekannte Obst fühlt sich im Klima an der Costa del Sol wohl und könnte neue, nachhaltige und rentable Produktionsmöglichkeiten für Landwirte eröffnen

JULIO J. PORTABALES

Donnerstag, 16. Januar 2025

Pitaya, Pitahaya oder ganz einfach Drachenfrucht ist in gut sortierten Supermärkten und Obst- und Gemüsegeschäften schon lange keine Seltenheit mehr, inzwischen aber werden auch immer mehr Landwirte auf das Obst aus den Tropen aufmerksam, um die Produktion zu diversifizieren. Während die klimatischen Bedinungen vieler Regionen ein Hindernis sind, bietet sich Málaga als Anbaugebiet geradezu an. Unterstützung dürfen sich die Landwirte auf ihrem Pitaya-Abenteuer vom Forschungsinstitut für Agrarwirtschaft, Fischfang, Ernährung und biologischen Anbau, kurz IFAPA erhoffen.

Die ursprünglich aus Mexiko stammende Drachenfrucht kam bereits im vergangenen Jahrhundert nach Málaga und wurde schon in den 1980er und 90er Jahren professionell angebaut. Doch es gab eine Reihe von Hindernissen, die eine Ausbreitung dieser Kultur erschwerten. José Luis Oblaré, Agraringenieur von IFAPA Málaga, nennt als einen der Hauptgründe, der gegen den Anbau spricht, den hohen Nährstoffverbrauch der Frucht. «Im Mittelmeerraum ist die Pitaya nicht sehr verbreitet. Darum bieten wir bei IFAPA Kurse an, um subtropische Früchte wie die Pitaya bekannter zu machen. Schließlich sind es Früchte, die weniger Wasser benötigen als andere Anbaukulturen», sagt er.

Bislang aber ist die Anbaufläche überschaubar und es gebe, so Oblaré, im ganzen Land noch keine klar identifizierten Sorten. Um dies zu ändern, arbeitet das IFAPA mit dem Forschungszentrum in Almería zusammen. Gemeinsam wird an der Identifizierung und der Entwicklung neuer Sorten geforscht. In Campanillas gibt es zu diesem Zweck auch Testplantagen.

Das IFAPA experimentiert weiterhin an der Bestäubung von Pitayas, einem ausschlaggebenden Aspekt, um die Produktion zu optimieren. Oblaré nennt drei Arten von Drachenfrucht: jene, die eine Fremdbestäubung benötigen; jene, die selbstbefruchtend sind, aber nicht ohne Insekten oder Landwirte auskommen, sowie die dritte Gruppe, die sich selbst bestäuben im Moment, in dem sich die Blüte öffnet. Dies ist die von Landwirten meistgesuchte Sorte.

Mit seiner Forschungsarbeit will das IFAPA nicht nur den Anbau von Drachenfrüchten profitabler machen, sondern der Agrarbranche auch innovative Werkzeuge an die Hand geben, um die Produktion zu diversifizieren. Nicht nur IFAPA und Landwirte haben die Pitaya für sich entdeckt, überhaupt ist das Interesse an der ins Auge stechenden Frucht gestiegen. Ihre steigende Popularität hat die Drachenfrucht wohl auch ihrem exotischen und farbenfrohen Aussehen zu verdanken, das vor allem in sozialen Netzen als beliebtes Fotomotiv gefragt ist und so auch viele junge Konsumenten erreicht hat. Oblaré versichert jedoch, dass nicht nur das Aussehen, sondern auch ihr Geschmack und ihre Nährwerte zum Erfolg der Drachenfrucht beitragen. Das attraktive rot-weiße Fruchtfleisch wird gern für Nachtische oder bei kreativen Rezepten verwendet.

Das Klima

Das trockene, warme Klima von Málaga eignet sich bestens für den Anbau von Pitaya, auch wenn Vorkehrungen getroffen werden müssen: Zum Beispiel muss die Pflanze vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden, um ein gesundes Wachstum und rentable Ernten garantieren zu können. Dann aber ist die Drachenfrucht eine profitable und nachhaltige Alternative für Landwirte auf der Suche nach neuen Kulturen.

Bislang wird die Pitaya vorwiegend im ökologischen Anbau genutzt, wo Landwirte nachhaltige Praktiken suchen und ihr Wissen austauschen. Auch Oblaré hebt das Interesse dieser Branchensparte hervor. Um die Weiterentwicklung der neuen Anbaukultur garantieren zu können, ist die Arbeit von Forschungszentren wie IFAPA Málaga und dem landwirtschaftlichen Experimentierzentrum für subtropische Kulturen, IHSM La Mayora in Algarrobo, von grundlegender Bedeutung. Dort wird auch für die nötige Fortbildung von Landwirten Sorge getragen. Es ist die Basis für ein nachhaltiges und solides Wachstum des Marktes.

Die Aussichten für die weitere Einführung der Pitaya in Málaga sind gut, das Interesse der Landwirte an einem neuen Produkt, für das lokale und internationale Nachfrage besteht, ist groß. Die Drachenfrucht in Málaga ist zweifellos ein Beispiel, wie Innovation, Forschung und Fortbildung eine Marktnische zu einer echten Chance werden lassen.

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