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Fischerboot im Hafen von Caleta de Vélez. SUR

Die Schleppnetzflotte von Málaga darf wie bislang auslaufen, muss jedoch andere Netze verwenden

Neuen Maschengrößen sind Auflage der EU – im Gegenzug sind weiter 130 Fischfangtage erlaubt. Den Fischern drohen hohe Kosten

MATÍAS STUBER

MÁLAGA.

Donnerstag, 19. Dezember 2024

In Málagas Fischfangflotte sind 42 Boote mit Schleppnetzen unterwegs und garantieren den Lebensunterhalt von über 200 Familien. Sie alle sind besorgt, nachdem Brüssel eine Kampfansage an die aktuell von den Fischern verwendeten Schleppnetze gemacht hat. Netze, die sowohl Umweltschützer als auch die EU als schädlich für den Meeresgrund und viele dort lebenden Tierarten ansehen. Die neuen Fangbestimmungen aus Brüssel bedeuten für Málaga: Nur wenn die Schleppnetzfischer ihre Netze austauschen, soll es auch künftig grünes Licht für die aktuelle Fangquote von 130 Tagen im Jahr geben. Für viele aus der Branche dürften das nicht tragbare Kosten sein.

Die EU verlangt, Netze mit einer Maschengröße von 45 bis 50 Milimeter statt wie bislang 40 Milimeter zu verwenden. Das bedeutet laut Branchenexperten Ausgaben von im Schnitt 3.000 bis 4.000 Euro pro Netz. Jedes Schiff verfügt über mindestens vier Netze. Noch ist in der Schwebe, ob die Zentralregierung die notwendigen Investitionen subventionieren wird.

Die Einigung mit der EU, die auf Druck von Spanien, Italien und Frankreich 'in extremis' erzielt wurde, kann die Branche hierzulande nur schwer beruhigen. Carmen Navas, Präsidentin der Fischereigenossenschaft von Caleta de Vélez, sagt, die Sorge mit Blick auf die Zukunft bleibe bestehen und auch das Damoklesschwert von nur 27 Tagen Fischfang im Jahr, wie es zwischenzeitlich im Gespräch war, sei nicht aus der Welt. «Um künftig wieder 130 Tage auslaufen zu können, müssen wir die Anforderung der EU erfüllen. Im Fall von Málaga sind das Problem die Maschengrößen, denn wir halten uns ja schon an die vorgegebenen Schonzeiten und das Gros der Flotte verfügt bereits über neue Schleppnetztüren, die die Folgen der Schleppnetzfischerei verringern sollen», sagt Navas.

Auch wenn die neu geforderten Netze viele Fragen und Ungewissheiten aufwerfen, denn niemand kann derzeit sagen, wieviel dann noch gefischt wird, sind die Anschaffungskosten das größte Problem. «Wir wissen noch nicht, ob subventioniert wird oder nicht. Wir kennen das Kleingedruckte des Abkommens nicht, doch die Zentralregierung hat uns versichert, dass sie das Thema Subventionen bei der EU angesprochen hat», fügt die Präsidentin der Fischereigenossenschaft hinzu. Doch auch sie weiß, dass Auflagen zum Schutz der Umwelt aus Brüssel normalerweise nicht mit direkten Hilfen einhergehen. Vielmehr werden die Anforderungen gestellt und im Gegenzug Zugeständnisse an die Fischereibranche gemacht. Mit anderen Worten: Die Fischer müssen in die eigene Tasche greifen, um die Vorgaben zu erfüllen. In Málaga trifft das in den meisten Fällen familiengeführte Kleinunternehmen. Aus der Branche hört man bereits, das könne viele in den Ruin treiben.

Navas bedauert den zusätzlichen Kraftakt, der von den Fischern eingefordert werde. Auch wenn es letztlich finanzielle Unterstützung gebe, müssten sie die Ausgaben vorstrecken. «Bis das Geld zurückfließt, wird viel Zeit vergehen. Die Bürokratie ist verzwickt und langsam», moniert die Präsidentin der Fischereigenossenschaft von Caleta de Vélez.

Der neue Vorstoß in der Diskussion um eine Reduzierung der Fangtage im Mittelmeer ist Teil eines mehrjährigen Fischfangplans im westlichen Mittelmeer, der 2019 genehmigt wurde und ein Jahr darauf in Kraft trat. Ziel ist es, für einen nachhaltigeren Fischfang zu sorgen. Für die Branche jedoch bringt er das Überleben der Schleppnetzflotte in Gefahr. Immer größere zeitliche Beschränkungen, weniger Fangtage und kleinere Fanggebiete würden viele Fischer nicht verkraften. Insgesamt 112 Boote mit Schleppnetzen sind in Andalusien von den neuen Bestimmungen betroffen. In Häfen der Provinz Almería liegen mit 56 die meisten Schleppnetzboote.

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