Hotels, Campingplätze und Landgasthäuser blicken auf bestes Jahr in der Geschichte zurück
Málaga wird 2024 von über 14,4 Millionen Urlaubern besucht und erzielt Einnahmen von 21,2 Milliarden Euro, die dreimal mehr steigen als die Zahl der Gäste
PILAR MARTÍNEZ, SDA
MÁLAGA.
Donnerstag, 16. Januar 2025
Die Costa del Sol schließt das Jahr 2024 als bestes Jahr in der Tourismusgeschichte der Region ab. «Es war ein außergewöhnliches Jahr», versicherte der Präsident des Tourismusverbandes Costa del Sol, Francisco Salado, anlässlich der Präsentation der Jahresbilanz und neuer Strategien zur weiteren Förderung einer Branche, die er als Wirtschaftsmotor der Provinz bezeichnet. Mit den Zahlen unterstrich Salado seine eindringliche Botschaft über die Bedeutung der Branche und die Notwendigkeit, immer wieder klar zu machen, dass der Tourismus der Hauptindustriezweig der Provinz sei. Die Zahlen belegten auch, dass die Strategie, auf mehr Qualität statt Quantität zu setzen, langsam ihre Früchte trage. Laut Bilanz sind die Einnahmen 2024 dreimal mehr gestiegen als die Zahl der Touristen. Anders gesagt: Die Provinz wurde von 14,4 Millionen Reisenden besucht, 474.000 mehr als im Vorjahr und somit ein Plus von 3,17 Prozent. Die Einnahmen hingegen stiegen auf über 21,2 Milliarden Euro, was einem Zuwachs von 10,9 Prozent verglichen mit 2023 entspricht.
«Auch wenn es kaum zu glauben ist, aber man muss jedes Jahr erneut daran erinnern, dass der Tourismus der wichtigste Industrie- und Produktionszweig nicht nur dieser Provinz, sondern ganz Andalusiens und Spaniens ist. Und zwar sowohl in wirtschaftlicher Hinsicht als auch mit Blick auf die Arbeitsplätze», sagte Salado.
Der Chef des Tourismusverbandes verwies in diesem Zusammenhang auch auf die Zahl der Angestellten in der Branche, die im vergangenen Jahr um sieben Prozent auf 137.408 Personen gestiegen sei. «2024 war generell ein Jahr der positiven Rekorde für die Costa del Sol. Das gilt auch für die Schaffung von Arbeitsplätzen. Die Zahl der neuen Jobs ist zweimal mehr gestiegen als die Zahl der Touristen. Das Gleiche gilt für die Rentabilität der Hotels, die um sechs Prozent zugelegt hat», erklärte Salado und resümierte: «Die Provinz hat einmal mehr ihre Stärke als wichtigstes Reiseziel in Andalusien und eines der bedeutendsten in Spanien und Europa unter Beweis gestellt.»
Salado machte jedoch auch deutlich, dass man sich nicht auf den Lorbeeren ausruhen könne. «2025 wird ein weiteres Jahr mit vielen Unsicherheiten, vor allem wegen der Kriege, die die internationale Lage anspannen, und angesichts der Schwierigkeiten mit den Preisen und der Kaufkraft der Familien», warnte er. Die Preisentwicklung sei – neben dem Rückgang der Kreuzfahrtpassagiere – denn auch der einzige negative Punkt in der Jahresbilanz 2024 und habe zum Rückgang des nationalen Tourismus geführt. Die Zahlen zeigen, dass in Málaga von Januar bis November vergangenen Jahres 2,45 Millionen spanische Urlauber ein Hotel oder Apartment buchten, was einem Rückgang von 7,5 Prozent verglichen mit 2023 entspricht. Zeitgleich stieg der internationale Tourismus um 6,9 Prozent an. Salado kündigte denn auch Maßnahmen an, um die spanischen Urlauber in diesem Jahr zurückzugewinnen, verwies jedoch auch darauf, dass «die Entscheidung, an die Küste zu reisen, eine sehr persönliche ist und an die finanziellen Möglichkeiten einer Familie geknüpft ist».
Weiterhin sprach Salado über die Fortschritte in Richtung eines Qualitätstourismus und eines verbesserten Angebots, das, einschließlich der touristisch genutzten Wohnungen, um 13,5 Prozent auf 659.030 Übernachtungsplätze gestiegen sei. Die Zahl der Reisenden, die in regulierten Unterkünften, also in Hotels, Campingplätzen, Apartments und Landgasthäusern ihren Urlaub verbrachten, stieg laut Salado im vergangenen Jahr um 1,2 Prozent auf 8,1 Millionen. Sie bescherten der Branche insgesamt 30,5 Millionen Übernachtungen, was ein Plus von 3,4 Prozent bedeutet. Die gestiegene Nachfrage ausländischer Urlauber ließ die Belegung um 0,97 Prozent bis auf 62,2 Prozent ansteigen. Im Schnitt blieben die Urlauber 3,44 Tage an der Küste, also 0,1 Tage mehr als 2023.
Mit Blick auf die strategisch wichtigen Märkte für die Costa del Sol hob Salado Großbritannien hervor, das im vergangenen Jahr im Urlauberranking mit 1.183.629 Reisenden in Hotels und Apartments wieder ganz vorne lag und einen Zuwachs von 7,2 Prozent verzeichnete. Es folgten deutsche Gäste (341.568; +12,8%), Franzosen (334.176; +3,5%), Niederländer (332.044; +7,3%) und Iren (307.714; +19,9%).
Für 2025 rechnet Salado mit einem guten Jahr, verwies auf das Flugangebot an die Costa del Sol, das allein im ersten Vierteljahr mit rund 4,2 Millionen Plätzen ein Plus von 10,7 Prozent verglichen mit dem Vorjahreszeitraum registriere. Dabei würden auch die zehn wichtigsten Märkte für die Costa del Sol – Großbritannien, Spanien, Deutschland, Niederlande, Italien, Frankreich, Irland, Belgien, Polen und Dänemark – ihr Flugangebot nach Málaga aufstocken.
Tourismus-Apartments
Bei aller positiven Entwicklung der Branche wird auch deutlich, das die beliebten Innenstädte einem immer stärkeren Prozess der Gentrifizierung unterliegen. Aus einer jüngst veröffentlichten Erhebung des Nationalen Statistikinstituts (INE) geht hervor, dass zwei Zonen von Málagas Innenstadt die höchste Konzentration von Tourismus-Apartments in ganz Spanien aufweisen. Rund um die Plaza de la Merced, wo das Geburtshaus von Picasso steht, liegt ihr Anteil bei 48 Prozent, in einem benachbarten Distrikt sogar bei 85 Prozent. Nach Ansicht von José Antonio Pérez, Professor für Immobilien-Ökosysteme an der Real Estate Business School, hängt der Boom der Touristenwohnungen in dem einst heruntergekommenen und vernachlässigten Stadtviertel, «in dem der Geist Picassos zu Hause ist, wo er geboren wurde (...) auch mit dem Anstieg der Hotelpreise zusammen».