Mit doppelstöckigen Hochgeschwindigkeitszügen von Ouigo gehen die Preise nach Madrid runter
Seit vergangener Woche verbindet der französische Betreiber die Costa del Sol mit der spanischen Landeshauptstadt
IGNACIO LILLO
MÁLAGA.
Donnerstag, 23. Januar 2025
Mit Preisen ab neun Euro für die dreistündige Zugfahrt vom María Zambrano-Bahnhof in Málaga nach Atocha in der spanischen Landeshauptstadt mischt der französische Betreiber den Zugverkehr auf dieser wichtigen Strecke auf. Gleich nachdem der doppelstöckige Hochgeschwindigkeitszug von Ouigo in der vergangenen Woche an den Start ging, sind die Preise spürbar gesunken. Die Konkurrenz, also AVE, Avlo und Iryo, muss umdenken.
Hélène Valenzuela, Ouigo-Geschäftsführerin für Spanien, versicherte, dass anlässlich der Premiere der Doppeldecker zwischen Málaga und Madrid die Fahrkarten für das erste Wochenende zu 80 Prozent vergriffen waren. «Die Tickets waren bereits seit einem Monat erhältlich und wir sind auf einem sehr dynamischen Markt. Die Nachfrage war sehr gut und eine Auslastung von rund 80 Prozent gleich am ersten Wochenende ist für uns ein erster wichtiger Meilenstein. Mitte Januar sehnen sich die Menschen in Madrid nach der Sonne und der Wärme der Costa del Sol. Das wird ein Erfolg», erklärte Valenzuela, die gemeinsam mit dem Präsidenten von Ouigo Spanien, Alain Krakovitch, vor die Presse getreten war.
Ouigo bietet derzeit zwei Bahnverbindungen täglich an, wobei die Doppeldecker Alstom Euroduplex im Einsatz sind und pro Reise bis zu 509 Passagiere befördern können. Die Fahrzeit beträgt knapp drei Stunden. Valenzuela kündigte bereits an, eine dritte tägliche Verbindung werde im Laufe des Jahres hinzukommen. Auch zieht das Unternehmen bereits in Erwägung, die Zugkapazität auf 1.018 Passagiere pro Fahrt aufzustocken.
Der Zug mit den ersten Passagieren lief am vergangenen Donnerstag um 10.15 Uhr aus dem Atocha-Bahnhof in Richtung Málaga aus. Bei den Fahrgästen – einige wussten gar nicht, dass es die Jungfernfahrt von Ouigo Spanien war –, handelte es sich vorwiegend um Menschen aus Málaga mit Wohnsitz Madrid und um Touristen. Einer schaute sich das Schauspiel gar nur an und stieg erst in die nächste Ouigo-Verbindung nach Málaga ein: Es war Joan Hervás aus Valencia, ein Eisenbahnliebhaber, der am Abend zuvor eigens nach Madrid gereist war, um sich die Premiere nicht entgehen zu lassen und in einem der ersten Züge mitzureisen. Bei seiner Ankunft an der Costa del Sol schwärmte Hervás: «Die Tickets sind sehr günstig, was mich aber am meisten beindruckt hat, ist, dass der Zug 20 Minuten früher als geplant hier angekommen ist. Beeindruckend.»