Regierung bringt 360 Migranten von den Kanaren nach Málaga
J. CANO/ E. CABEZAS
MÁLAGA.
Donnerstag, 16. Januar 2025
360 Migranten aus Ländern südlich der Sahara sind am Wochenende auf dem Flughafen Málaga gelandet, nachdem sie mit der letzten Welle von kleinen Booten auf die Kanarischen Inseln gekommen waren. Die Inselgruppe ist mit dem Migrationsdruck, dem sie ausgesetzt ist, überfordert, so dass sich die Zentralregierung gezwungen sieht, neue Verlegungen auf die Halbinsel vorzunehmen.
Vom Flughafen wurden die Migranten in vier Bussen zum Hotel Oh Nice Caledonia in Benahavís gebracht, wo sie vorübergehend bleiben werden, bis sie erneut in andere Teile Spaniens verlegt werden. Alle dürfen sich frei bewegen, obwohl gegen sie eine Ausweisungsverfügung wegen illegaler Einreise nach Spanien vorliegt. Eine Ausweisung hängt von jedem einzelnen Fall ab und vor allem davon, ob es Auslieferungsabkommen mit ihren Herkunftsländern gibt. Sie haben die Möglichkeit, Asyl in Spanien zu beantragen, was bei Gewährung die Ausweisungsverfügung außer Kraft setzen würde.
Für die Prüfung von Asylanträgen sind die Ministerien für Inneres und Migration zuständig. Auf Antrag verlassen sie dann die Zentren des Roten Kreuzes und werden von der Spanischen Kommission für Flüchtlingshilfe (CEAR) betreut. Wenn irreguläre Migranten nach zwei Jahren im spanischen Hoheitsgebiet nicht ausgewiesen wurden, können sie auf der Grundlage sozialer Verwurzelung einen Antrag auf Aufenthaltsgenehmigung stellen.
Nach Angaben der Seenotrettung kamen 2024 rund 1.600 Pateras (Flüchtlingsboote) auf den Kanarischen Inseln an. Das macht rund 44.000 der mehr als 60.000 Migranten aus, die illegal nach Spanien kamen und damit einen neuen Rekordwert aufstellten. Nach den Daten der betreuenden Nichtregierungsorganisationen hat die Regierung im letzten Jahr mehr als 1.300 afrikanische Migranten, die auf den Kanarischen Inseln angekommen sind, nach Málaga gebracht. Der größte Teil davon, nämlich 859, wurde in den Einrichtungen betreut, die das Rote Kreuz seit Oktober 2023 im Hotel Urban Dream in El Morche in Torrox-Costa betreibt. Alle waren Männer mit einem Durchschnittsalter von 26 Jahren. 203 der derzeit 250 in Torrox untergebrachten jungen Männer haben politisches Asyl in Spanien beantragt, 30 Prozent von ihnen haben nach Angaben des Roten Kreuzes bereits eine Arbeitserlaubnis und sind größtenteils in der Landwirtschaft tätig.