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Welche Krankheiten können Wildschweine in Málaga übertragen?

CHUS HEREDIA

MÁLAGA.

Donnerstag, 30. Januar 2025

Die Veterinärskammer und die Universität von Málaga, kurz UMA, koordinieren den Lehrstuhl One Health und arbeiten dort gemeinsam an einem Forschungsprojekt zu den Risiken der Überpopulation von Wildschweinen für städtische Gebiete in der Provinz Málaga. Besonders die Übertragung von Krankheiten auf den Menschen, als Zoonosen bekannt, haben sie im Blick. Juan Antonio de Luque, Präsident der Veterinärskammer von Málaga (ICOV), erklärte, auch die Universität von Córdoba sei in das Projekt eingebunden. Erste Forschungsergebnisse werden für das Frühjahr erwartet. Für ihre Arbeit nutzen die Wissenschaftler auch 15 tiefgekühlte Wildschweine, die in der jüngsten Zeit auf Stadtgebiet gefangen wurden.

Wildschweine dürfen in Stadtgebieten nicht gefüttert werden. In Mijas erhielt nun erstmals ein Anwohner eine Strafe von 250 Euro wegen Missachtung dieses Verbots. Die Veterinäre betonen, wie wichtig es ist, die Tiere nicht zu füttern, da dies große Risiken berge. So könnten Krankheiten auf die Hausschweinpopulation übertragen werden, was im Fall der Schweinepest eine ganze Branche lahmlegen und einen großen Tiefschlag bedeuten würde. Auch andere Tiere könnten angesteckt werden und letztendlich bestünde ebenfalls die Möglichkeit einer Übertragung auf den Menschen. In einer Mitteilung der Kammer heißt es: «Diese Tiere sind potenzielle Überträger von Zoonosen wie Salmonellose, Brucellose Biovar 2 oder Hepatitis E. Sie übertragen Krankheiten auf Hausschweine wie Porzine Pleuropneumonie, Porzines Circovirus Typ 2 (PCV2), Porzines Reproduktiv und Respiratorisches Syndrom (PRRS), Enzootische Pneumonie oder Lumphadentitis. Jagdhunde können sich mit der Aujeszkyschen Krankheit und Wildtiere mit Tuberkulose, Trichinellose usw. infizieren.»

Andere Studien

Probleme mit Wildschweinen gibt es nicht nur in Málaga. Auch in Barcelona beispielsweise sind die zuständigen Behörden alarmiert. Eine Gemeinschaftsstudie von Hospital Vall d'Hebron und der Universität Barcelona ergab, dass die Tiere als Überträger von Hepatitis E gelten. Dabei handelt es sich um eine Schwellung der Leber, die normalerweise einen leichten Verlauf hat und sich selbst reguliert, jedoch nicht ohne Risiken ist. «Wenn ein Wildschwein beispielsweise auf einem Kinderspielplatz kotet, können sich im Sand spielende Kinder später infizieren», sagt auch De Luque und warnt, man dürfe sich nicht an die Tiere gewöhnen, Wildschweine gehörten einfach nicht zur urbanen Fauna.

Zoonosen, also die Übertragung von Krankheiten vom Tier auf den Menschen, hat es immer gegeben. Seit der Corona-Pandemie jedoch ist die Sensibilisierung für das Thema erheblich gewachsen.

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